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Neues Verständnis für Cannabisarzneimitteln als Therapieoption bei chronischen Schmerzen – Patienten- und Ärzteperspektive

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Chronische Schmerzen stellen für unzählige Menschen weltweit eine lähmende Belastung dar, die oft herkömmlichen Therapieansätzen trotzt. Die neueste Studie(1) aus den saarländischen Schmerzzentren untersuchte erstmals den Nutzen und die potenziellen Risiken von Cannabisarzneimitteln (CAM)¹ aus der Perspektive von Patienten und ihren behandelnden Ärzten. 

Die Kohortenstudie² wurde in drei Schmerzzentren im Saarland durchgeführt und untersuchte Patienten, die im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021 mindestens eine Verschreibung von Cannabisarzneimitteln aufgrund von chronischen Schmerzen erhalten hatten.  

Ein zentraler Aspekt der Studie war die getrennte Auswertung von Fragebögen, die sowohl von den Patienten als auch von den behandelnden Ärzten ausgefüllt wurden. Die Ergebnisse dieser innovativen Herangehensweise geben Aufschluss über den tatsächlichen Nutzen und die möglichen Risiken von CAM¹. 

Über 44% der Patienten deutliche Besserung ihres Gesamtzustands

Über 44% der Patienten deutliche Besserung ihres Gesamtzustands

Die Ergebnisse zeigen, dass 44,9% der Patienten seit Beginn der CAM1-Therapie eine deutliche Besserung ihres Gesamtzustands erlebten, während 43,3% eine mäßige Verbesserung feststellten. Lediglich 2,7% gaben an, keinerlei Veränderung zu spüren, während 1,1% eine mäßige Verschlechterung ihres Gesamtzustands erlebten. Die am häufigsten berichteten Symptome, bei denen Patienten eine deutliche Besserung erfuhren, waren Schlafstörungen (36,4%), Muskelverspannungen (25,1%) und Appetitprobleme (22,1%). 

Beeindruckende Schmerzreduktion durch Cannabis-Therapie

Beeindruckende Schmerzreduktion durch Cannabis-Therapie

Doch was sagen die Ärzte? Die behandelnden Ärzte konnten bei 60,7% der Patienten eine relevante Schmerzreduktion feststellen, während 65,7% der Patienten eine Verbesserung ihres Schlafes verzeichneten und 34,3% eine Verbesserung ihres seelischen Befindens feststellten. 

Die häufigsten starken Nebenwirkungen waren Schwitzen (6,4%), Konzentrationsprobleme (4,2%) und Übelkeit (4,1%). Dennoch bleibt festzuhalten, dass die positiven Effekte überwiegen. 

Die Studie zeigt auch, dass CAM1 dazu beitragen können, den Gebrauch anderer Schmerzmittel zu reduzieren oder sogar vollständig zu beenden. Bei beeindruckenden 64,7% der Patienten konnten Opioide abgesetzt werden, bei 57,9% Antikonvulsiva³ und bei 60% Antidepressiva. 

Diese Studie zeigt, dass Cannabisarzneimittel bei sorgfältig ausgewählten Patienten mit chronischen Schmerzen tatsächlich zu einer klinisch relevanten Reduktion von Schmerzen, Schlafstörungen, Muskelverspannungen und psychischer Belastung führen können.  

Darüber hinaus eröffnen CAM¹ die Möglichkeit, die Dosis anderer Schmerzmedikamente, wie Antidepressiva, Antikonvulsiva³ und Opioide, zu reduzieren oder diese sogar vollständig abzusetzen. 

Dieses Ergebnis könnte einen bedeutenden Wandel in der Schmerztherapie herbeiführen und sowohl für Patienten als auch Ärzte einen neuen Hoffnungsschimmer bringen. Die wegweisende Forschung eröffnet nicht nur neue Perspektiven für die Behandlung von chronischen Schmerzen, sondern legt auch den Grundstein für weiterführende Studien.  

Ziel ist es, das volle Potenzial von Cannabisarzneimitteln bei der Bewältigung von langanhaltenden Schmerzen umfassend zu verstehen und effektiv zu nutzen. Diese Erkenntnisse könnten einen Meilenstein in der Entwicklung von innovativen Therapieansätzen markieren, die das Leben von Menschen mit chronischen Schmerzen nachhaltig verbessern und die Abhängigkeit von herkömmlichen Schmerzmitteln reduzieren könnten. 

Glossar

  1. CAM: Cannabisarzneimitteln

  2. Kohortenstudie: Eine Kohortenstudie ist eine Forschungsuntersuchung, bei der eine Gruppe von Menschen über einen bestimmten Zeitraum hinweg beobachten, um herauszufinden, wie sich bestimmte Merkmale oder Krankheiten entwickeln. Dabei sammeln man Daten zu verschiedenen Zeitpunkten, um festzustellen, ob es einen Zusammenhang zwischen bestimmten Expositionen (z.B. bestimmte Verhaltensweisen oder Bedingungen) und dem Auftreten bestimmter Merkmale oder Krankheiten gibt. 

  3. Antikonvulsiva: Arzneimittel zur symptomatischen Behandlung epileptischer Anfälle 

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